ENTDECKE der piano Nobile

Ehrenprunktreppe

Die imposante Ehrenprunktreppe, 1725 vom Architekten Domenico Rossi im Auftrag des Patriarchen Dionisio Dolfin erbaut, führt die Besucher in die erste Etage, wo die Ausstellungen des Museums sind und in den Piano Nobile, wo sich die mit Fresken von  Giambattista Tiepolo geschmückten Räumen befinden. Von demselben Künstler kann der

„Fall der rebellischen Engel“ (Caduta degli Angeli ribelli) (1726) wundervolles Werk des noch barocken Illusionismus, an der Decke der Treppe bewundert werden, das eingerahmt ist von acht Monochromen, welche die Episoden der Schöpfungsgeschichte darstellen.

 

Thronsaal

Bereits vom Patriarchen Francesco Barbaro im XVII Jahrhundert gebaut, wurde der Thronsaal oder auch „Porträtsaal“ genannt, mit den Fresken aller Abbilder der Patriarchen von Aquileia geschmückt. Diese Bilder wurden 1729 auf Wunsch von Dionisio Dolfin gemalt, der dem „besten Pinsel“, vermutlich Tiepolo, die Aufgabe anvertraute, die Gesichter seiner Vorgänger zu verewigen. Das heutige Aussehen ist das einer überwältigenden Galerie mit 117 Gemälden, die von den ersten Patriarchen von Aquileia bis zu den letzten Erzbischöfen von Udine reichen und die bis zum heutigen Tag am Ende ihrer Amtszeit porträtiert werden. An der Decke des Saals, eingerahmt von einer eleganten Balustrade aus Holz, ist die Freske, welche „die Mission des heiligen Hermagoras“ (la Missione di Sant’Ermacora) darstellt. Es ist das Werk von Domenico Fabris von 1859.

 

Gästegalerie

Der herrliche Raum auf dem „Piano nobile“ (Beletage) des Palasts ist die so genannte Gästegalerie (Galleria degli ospiti), die Dioniso Dolfin (1718) bauen ließ, um einen Ort zu schaffen, an dem man Gäste empfangen konnte, während sie auf die Audienz warteten, die im angrenzenden Thronsaal abgehalten wurde. Die Gemäldedekoration wurde Giambattista Tiepolo anvertraut und er wurde bei diesem Auftrag vom zuverlässigen Trompe-l'oeil-Maler Gerolamo Mengozzi, „il Colonna“ genannt unterstützt. Das perspektivische Können des Letzteren, vereint mit dem Pinselschwung von Tiepolo, vermitteln dem Auge des Betrachters auch heute noch eine vollkommene Schönheit von absoluter malerischer Frische. Die Erzählung umfasst einige der wichtigsten Schritte der drei biblischen Figuren, welche gemäß Dolfin die ersten Patriarchen der Geschichte darstellen: Abraham, Isaak und Jakob. Voller Zauber ist zweifellos das zentrale Gemälde mit „Rahel versteckt die Götzenbilder“ (Rachele che nasconde gli idoli), ein Fresko, indem man das Porträt von Giambattista Tiepolo und vielleicht auch das des Sohnes Giandomenico und der Ehefrau Cecilia entdecken kann.

 

Hofkapelle (Cappella palatina)

Feierlichen Liturgien gewidmet, wurde die Hofkapelle bereits 1593 unter dem Patriarchat von Francesco Barbaro erbaut. Das heutige Aussehen aber verdankt sie Dionisio Dolfin (1710), der die strukturellen Arbeiten und den Bau des Altars aus Stuck, das Werk von Abondio Stazio und die Realisierung der Deckengemälde durch Nicolò Bambini, welche die „Mariä Himmelfahrt und die Heiligen Hermagoras und Fortunatus“ (L’Assunta e i Ss. Ermacora e Fortunato) darstellen in Auftrag gab. In der Mitte kann man das Altarbild von Jacopo Palma il Giovane (1628) das die „Jungfrau mit dem Kind“ (Vergine col Bambino) darstellt bewundern. Die beiden runden Gemälde über den Eingangstüren zur Sakristei werden Tiepolo zugeordnet und stellen den „heiligen Karl von Borromäus“ (San Carlo Boromeo) und den „heiligen Antonius von Padova„ (Sant’Antonio da Padova) dar.

 

Sala Rossa

Der Saal, da er Sitz des Kirchengerichts war, auch „Gerichtssaal“ genannt,  präsentiert sich dem Besucher mit einem außergewöhnlichen Fresko das „Salomons Urteil“ (Il Giudizio di Salomone) (1729) darstellt, mit dem Giambattista Tiepolo eine Kostprobe seines außergewöhnlichen technischen und perspektivischen Könnens gab, indem er eine komplexe Erzählung in Szene setzte, die vom farbenfrohen Königshof bis zur dramatischen Szene der Bedrohung durch die Schergen auf der gegenüberliegenden Seite reicht.

 

Sala Gialla

Die strahlende Helligkeit der schneeweißen Stuckaturen auf goldenem Grund, welche die „Tugenden der Theologie und der Kunst“ (Virtù teologali e le Arti) darstellen: so präsentiert sich die „Sala Gialla“ (Gelber Saal) dem Auge des Besuchers. An der Zimmerdecke sind die drei theologischen Tugenden abgebildet (Glaube, Nächstenliebe, Hoffnung) und im Zentrum, gehalten von zwei Putten sieht man das Wappen der Familie Dolfini: die drei goldenen Delfine auf blauem Grund. Die Stuckaturen in den Zimmerecken zeigen die Allegorien der Kunst: Musik, Poesie, Malerei und Bildhauerei. Die Stuckaturen sind Werke des Giovanni Maria Andreoli (XVIII Jh.), dem Künstler, der seine Spuren auch in den Stuckaturen in der „Sala Rossa“ des Palasts hinterlassen hat.

 

Sala Azzurra

Auf dem Piano Nobile zwischen den Sälen, welche die Fresken von Giambattisat Tiepolo beherbergen, gibt es einen, der einen kleinen Schatz der Malerei des 16. Jahrhunderts enthält: es ist die Sala Azzurra oder „des Baldachins“, allgemein auch als Saal des Giovanni da Udine bekannt, nach dem Urheber, dem die Ausführung der Grotesken zugeordnet werden, die den Saal (XVI Jh.) wie mit zarter Spitze zieren. Von einem unbekannten Künstler dagegen stammen die evangelistischen Szenen in den vier Rechtecken an der Decke, deren zentrales Gemälde ein Werk von Giambattista Canal (1807) ist.

 

Patriarchalische Bibliothek

Die Patriarchalische Bibliothek hat (1708-1711) der Patriarch Dionisio Dolfin bauen lassen, um den wertvollen, von seinen Amtsvorgängern gesammelten und von ihm mit diversen Texten von besonderem Wert ergänzten, Bücherschatz unterzubringen. Zwischen diesen kann man circa 10.000 Ausgaben aufzählen, davon über 150 Wiegendrucke, 800 Handschriften, diverse wertvolle kirchliche, jüdische und griechische Kodexe, einige handgeschriebene Briefe berühmter Herren und bemerkenswerte Zeugnisse der Vielfältigkeit des verwahrten Schatzes. Die Architektur der Bibliothek ist ein wahrer Triumph an das Holz, dem Material aus dem die, mit eleganten Putern- und Allegorienfiguren verzierten, Schränke geschaffen wurden. Diese sind Teil des Rahmens um die in höchstem Masse raffinierte symbolische Erzählung, die der Patriarch Dolfin in der Bibliothek, sowie in den andern Sälen des Palasts verwirklichen ließ. An der Zimmerdecke gilt es dem Gemälde, das den „Triumph der göttlichen Weisheit“ (Il trionfo della Sapienza divina) Werk von Nicolò Bambini darstellt, besondere Beachtung zu schenken.

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